Cotoneaster - ein vielseitiges und bodendeckendes Ziergehölz

Kleiner Zierstrauch

Informationen zur Zwergmispel – botanisch Cotoneaster

Zwergmispel als schnittverträglicher, frostharter und meist immergrüner Kleinstrauch


Die Zwergmispel ist eine Gattung in der Systematik der Botanik. Sie gehört in die Ordnung der Rosengewächse (Rosaceae), dort in den Bereich der Kernobstgewächse (Pyrinae). Ihr botanischer Name ist eine Zusammensetzung aus dem Wort cotonea, das romanische Stammwort für cotoneum malum (die Quitte, mit Strauch und Frucht, beides bedeutend) und dem Anhängsel aster, vom lateinischen für Wilder ölbaum (oleaster). In ihrer Gattung finden sich annähernd 120 verschiedene Arten, vorwiegend aus den asiatischen Gegenden rund um den Himalaya und Südwest-Chinas. Weitere Verbreitungsgebiete sind Asien, Europa und Nordafrika.
Eine der vollständigsten Listen für Cotoneaster-Sorten findet sich hier (nach Cotoneaster sortiert):
Dort sind 119 anerkannte Cotoneaster-Sorten aufgelistet.
    Die hinter dem botanischen Namen hinzugefügte Bezeichnung, das Epitheton, gibt Aufschluss über:
  • Namensgeber des Ehrentaxon dammeri - Udo Dammer den Botaniker oder Züchter, der erstmalig oder umfassenst die Art beschrieb.
    Beispiel: Cotoneaster dammeriUdo Dammer (*08.01.1860–†15.11.1920), deutscher Botaniker. In diesem Fall ist das Epitheton ein sogenanntes Ehrentaxon. [Foto: Udo Dammer (2)]
  • oder den Artnamen (Artepitheton), beispielsweise microphyllus, von lateinisch kleinblättrig.
  • die möglichen verschiedenen Varietäten (sprich Sorten), bspw. radicans.
    Zwei Beispiele für Pflanzennamen:
  1. Cotoneaster dammeri var. radicans
  2. Cotoneaster microphyllus variegatus thymifolius (kleinblättrig und mit der Abweichung thymianblättrig)

Wuchs der Zwergmispel

Die Zwergmispel wächst vorwiegend als Strauch und Kleinstrauch, nur in seltenen Fällen werden kleinbaumartige Höhen von 15 Metern erreicht. Dabei ist sie in der überwiegenden Mehrzahl ein immergrüner Strauch, oft bodendeckend und kriechend. Die Blüte beginnt, vom Standort abhängig, in der Regel ab Frühlingsmitte. Die Blüten erscheinen eher unspektakulär und klein, sind zwittrig und von roten bis rosafarbenen, violetten oder weißen Kronblättern umfasst. In größeren Beeten an sonnigen Standorten angepflanzt, hat man mit Zwergmispeln als Bienenweiden Erfolge erzielen können.
Namensgeber des Ehrentaxon dammeri - Udo Dammer Gemeine Zwergmispelbeere am Cotoneaster integerrimus Medicus – (Quelle Wikipedia (3))
Ab Juni bilden sich an der Zwergmispel kleine Beeren heraus. Anfangs grün, erreichen sie im weiteren Reifeprozess ein kräftiges Rot oder Rotbraun. Auch orange- und schwarzfarbene Beeren zeigen sich an einigen Arten. Alle Beeren sind klein, von meist 5 bis 15 mm Größe. Für die Vogelwelt haben diese Beeren bis in den tiefen Winter hinein einige Bedeutung zur Nahrungsversorgung. Für den Menschen sind die Beeren nicht zu genießen, alle Pflanzenteile gelten als schwachgiftig.
Beachtung erreichen Zwergmispeln durch ihren dekorativen und oft immergrünen Wuchs. So sind viele Cotoneaster-Sorten sehr beliebte Grabpflanzen, da sie durch ihre mit auffallenden Beeren reichbesetzten äste und dem grünen oder herbstlichen Laub einen schönen Kontrast setzen. In unseren Breiten gilt die Zwergmispel als sehr gut frosthart und schnittverträglich. Durch diese Robustheit und den langsamen Wuchs erfordert sie sehr wenig Pflege.
Viele Zwergmispel-Sorten werden auch auf kleinen Stämmchen veredelt und bringen in Einzelstellung eine schöne Abwechslung zum Gesamtbild eines Gartens. Kleinwüchsige und kriechend wachsende Sorten gehören überall in öffentlichen Anlagen zum Bewuchs dazu, weil so der Aufwand zur Pflege der Anlagen vermindert werden kann. Bonsai-Gärtnereien schätzen an Zwergmispeln den langsamen Wuchs, die früh einsetzende Verholzung und das kleine Laub - eine Voraussetzung für das richtige Erscheinen als Mini-Baum.

Beispiele bekannter Sortenattribute der Gattung Cotoneaster
Artepitheta bekannter Zwergmispelarten. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen und dient hier als Beispiel für die Systematik, einer besseren Erklärung der unterschiedlichen Zwergmispelsorten.
Gattungsname Epitheton weitere Epitheta Bedeutung der Attribute deutsche Bezeichnung Bemerkung
Cotoneaster integerrimus Medicus tadellos Gemeine Zwergmispel n. Friedrich Kasimir Medikus (1789)
Cotoneaster salicifolius weidenblättrig Weidenblättrige Felsenmispel meist immergrün (standortabhängig), bis 5 m hoch
Cotoneaster salicifolius rugosus runzlig-weidenblättrig Weidenblättrige Felsenmispel Variation mit runzligen Blättern
Cotoneaster salicifolius angustus kleinwüchsig Weidenblättrige Felsenmispel Variation mit kleinerem Habitus
Cotoneaster horizontalis seitlich treibend Fächerzwergmispel nur teilweise wintergrün, fischgrätenartige Verzweigung
Cotoneaster microphyllus kleinblättrig Kleinblättrige Zwergmispel auffallend kleine Blätter, immergrün
Cotoneaster congestus buschig Zwergmispel sehr langsam wachsend und buschig dichtverzweigt
Cotoneaster dammeri Major großblättrig Teppich-Zwergmispel n. Udo Dammer, flach auffliegend, immergrün


Cotoneaster dammeri radicans - immergrüne Teppichmispel Cotoneaster dammeri Frieders Evergreen - immergrüne Kriechmispel Cotoneaster dammeri - immergrüne Teppichmispel Cotoneaster dammeri Zwergmispelstämmchen Cotoneaster - immergrüne kleine Hecke Cotoneaster-Herbstfärbung im Laub der Zwergmispel Cotoneaster suecicus Juliette panaschiertes Laub Cotoneaster microphyllus Herbstfärbung im Oktober Cotoneaster - immergrünes Ziergehölz Cotoneaster-Zwergmispel mit Herbstlaub und Beeren
Einige Cotoneastersorten, unterschiedlicher Wuchs, je nach Zweck des Einsatzes, als Hecke, Solitärgehölz, Bodendecker oder Zierstrauch.





Quellen zum Thema Zwergmispel:

  1. Aktuelle Sammlung vaskulärer Pflanzen aus The Plant List – nach Cotoneaster gefiltert →
  2. Carl Lebrecht Udo Dammer → und Portraitfotografie in Wikipedia → unter CC →
  3. Illustration der Gewöhnlichen Zwergmispel (lat. Cotoneaster integerrimus Medicus) aus deutscher Wikipedia →


Gärtner Heinz Blauer schreibt für unsere Baumschule Pflanzenvielfalt auf Google